Das Bonner Deutschlandfest: Entspanntes Feiern durch intensive Vorbereitung

Eine durchweg positive Bilanz zum Deutschlandfest haben am Dienstag die Veranstalter und die am Fest beteiligten Sicherheitsbehörden bei der Abschlusspressekonferenz im Bonner Stadthaus gezogen. "Ich bin stolz auf die Konzeption, die wir gemeinsam mit der Staatskanzlei aufgestellt haben und die sich bewährt hat", sagte die städtische Projektleiterin des Festes, Victoria Appelbe. "Die zwei Jahre dauernden Vorbereitungen haben sich gelohnt", ergänzte sie.

25.000 Broschüren, 40.000 Mini-Haribo-Beutel mit schwarz-rot-goldenen Fruchtgummis und 9.000 Stadtpläne sind an den Info-Punkten im Veranstaltungsgebiet an die Festbesucher ausgegeben worden. In den Tagen vor dem Fest habe die Bonner Geschäftsstelle, welche die Aussteller betreute, rund 4.000 Anrufe erhalten und abgearbeitet. Als ein Beispiel von vielen hob die Projektleiterin die Arbeit der Scouts hervor, die Anwohner mit eingeschränkter Mobilität begleiteten und Künstler sowie Ehrengäste durch das Veranstaltungsgebiet führten.

Insgesamt lotsten die 25 Scouts 400 Fahrzeuge durch das Fest, darunter eine Pferdekutsche der Festparade, die vom Weg abgekommen war Der Einsatz der Stadtwerke Der Geschäftsführer der Stadtwerke Bonn, Heinz Jürgen Reining, lobte die Besucher des Festes: "Sie folgten eindeutig der Empfehlung, mit dem Nahverkehr anzureisen. Unsere Busse wurden nur selten durch Staus behindert, die Parkhäuser waren kaum gefüllt, aber die Stadt war voller Menschen". SWB Bus und Bahn leistete laut Reining während der dreitägigen Veranstaltung maximalen Personen- und Fahrzeugeinsatz. Bis zu 40 Busse seien im gesamten Stadtgebiet zusätzlich in Reserve gehalten worden und zu den Stoßzeiten am Sonntag und Montag flexibel eingesetzt worden. Alle Einschränkungen hätten die Kunden mit großer Gelassenheit getragen.

Das Fest aus Sicht der Polizei

Helmut Pfau, der Polizeiführer des Einsatzes und Leitender Polizeidirektor, verglich die Atmosphäre des Deutschlandfestes mit der guten Stimmung während der Fußballweltmeisterschaft 2006. Das Konzept der Polizei beschrieb Pfau so: "Wir haben eine Glocke über die Stadt gelegt, in der sich jeder sicher und frei bewegen konnte." Er lobte außerdem die Zusammenarbeit mit den Landes- und Bundesbehörden während des Besuchs der Bundesverfassungsorgane.

Aus Sicht der Polizei habe das Sicherheitskonzept grundsätzlich funktioniert, lediglich am Münsterplatz habe sich am ersten Abend gezeigt, dass wegen des großen Besucherandrangs nachgebessert werden musste. Aus Sicherheitsgründen wurde der Platz abgesperrt, sobald er zu rund 80 Prozent voll war. "Wir wollten reagieren, bevor es zu Panikreaktionen kommt", erklärte Pfau. Für ihn sei es ein tolles Fest mit einem gelungenen Einsatz der Bonner Polizei gewesen.

Der Einsatz der Ordnungsbehörden

Harald Borchert, der Leiter des Bonner Stadtordnungsdienstes, zog ebenfalls eine positive Bilanz: "Aus unserer Sicht verlief das lange Wochenende entspannt. Die intensive Planung und Vorbereitung mit den am Thema Sicherheit beteiligten Stellen hat sich gelohnt. Die im Sicherheitskonzept vereinbarten Maßnahmen wurden alle planmäßig umgesetzt."

Er erläuterte als Projektleiter des Arbeitskreises Sicherheit die Arbeitsweise der Sicherheitsbehörden: "Im Veranstaltungsstab und in der Orga-Leitung im Hotel Königshof liefen alle Informationen über Verbindungsbeamte zusammen und die Veranstaltung konnte von dort gut geführt und gesteuert werden." Hier waren neben den Veranstaltern auch Polizei, Bundespolizei, Feuerwehr, SWB, und die Verkehrslenkung vertreten. Sie alle hatten über Funkverbindung Kontakt zu Sektorleitern im gesamten Veranstaltungsgelände.

Auch die Verkehrssituation beschrieb Borchert als entspannt. "Die Ausweichparkplätze wurden nur wenig in Anspruch genommen."

Auch die Verkehrsbeschränkungen auf der Adenauerallee seien von den Anwohnern akzeptiert worden. An den Veranstaltungstagen gingen beim Bürgertelefon der Straßenverkehrsabteilung rund 100 Anrufe ein und zirka 20 Anwohner kamen persönlich in die Orga-Leitung, um sich beraten zu lassen. "Auch hier kann ich feststellen, dass sich das intensive Anwohnermanagement mit Bürgerbriefen und Informationsabenden ausgezahlt hat", resümierte Borchert. Die Adenauerallee sei voraussichtlich ab Mittwochmorgen wieder durchgängig befahrbar, kündigte er an.

15 verloren gegangene Kinder konnten an den drei Tagen über die Kindersammelstellen wieder zu ihren Eltern zurückkehren. Außerdem seien

158 Fahrzeuge abgeschleppt worden, da sie Flucht- und Rettungswege versperrt hätten.

Der Leiter des Stadtordnungsdienstes kündigte an: "Die aus Sicherheitsgründen abtransportierten Fahrräder werden mit den Fahrradständern zurzeit wieder an die ursprünglichen Standorte zurück gebracht. Die Fahrräder, die nicht an einem Fahrradständer angekettet waren, können in den nächsten Tagen im Fundbüro zu den allgemeinen Öffnungszeiten abgeholt werden."

Der Einsatz der Feuerwehr

Jochen Stein, der Leiter der Bonner Feuerwehr, berichtete, dass täglich 2.000 Einsatzkräfte in Bereitschaft waren und dass sich insgesamt 5.000 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Hilfsorganisationen beteiligten. Zur Arbeit der Feuerwehr gehörte einerseits die Vorbereitung zur Gefahrenabwehr, die laut Stein "zum Glück nicht zum Einsatz kam", dann die Präsentation auf der Blaulichtmeile und die gemeinsame Übung mit der Bundeswehr sowie die Einsätze im Veranstaltungsgelände.

An den drei Tagen hat es laut Stein rund 90 medizinische Notfälle und lediglich zwei kleine Brandeinsätze gegeben. "Ich bin stolz auf das, was meine Einsatzkräfte geleistet haben", sagte Stein.

Steins Ausführungen ergänzte Carl Horst Schroeder vom Deutschen Roten Kreuz. Denn das DRK hatte gemeinsam mit den anderen beiden großen Bonner Hilfsorganisationen Johanniter-Unfall-Hilfe und Malteser-Hilfsdienst den Sanitätsdienst übernommen: "Wir haben an den drei Tagen über 400 Hilfsleistungen übernommen, dazu gehörten auch Pflaster und Kopfschmerztabletten", erläuterte Schroeder. Mit mehr als 200 Kräften waren die Hilfskräfte täglich im Einsatz. Meist mussten sie hitzebedingte Kreislaufprobleme behandeln.

Die Bilanz der Stadtreinigung

"Dieses Fest war für uns eine enorme Herausforderung", sagte Hans Jürgen Weber, Leiter des Amtes für Stadtreinigung. Er erläuterte, dass die Müllabfuhr hauptsächlich in der Nacht unterwegs war, da tagsüber kein Durchkommen gewesen wäre. Insgesamt seien rund 70 Tonnen Abfall beseitigt worden. "Da Sicherheit vor Sauberkeit geht, mussten die Mitarbeiter teilweise unter Polizeibegleitung putzen", erklärte Weber.

Beispielsweise als der Markt nach dem Konzert vom Sonntagabend gereinigt werden musste, bevor die Bundesverfassungsorgane das Alte Rathaus zur Eintragung in das Goldene Buch besuchten.