Erik Bettermann

Erik Bettermann (© Deutsche Welle)
Erik Bettermann (© Deutsche Welle)

Erik Bettermann ist seit 2001 Intendant der Deutschen Welle und verbrachte einen Großteil seines beruflichen Lebens in der Bundesstadt, die nun das Deutschlandfest ausrichtet.

"Bonn ist die am meisten unterschätzte Großstadt Deutschlands. Schon zu Zeiten, als hier am Rhein noch regiert wurde, blickten viele mit Arroganz auf die "kleine" Stadt im Westen der Republik. Obwohl der Rheinländer nicht für seine Zurückhaltung bekannt ist, hat es Bonn doch geschafft, sich Zurückhaltung aufzuerlegen. Übrigens eine Eigenschaft, die der deutschen Demokratie nach dem zweiten Weltkrieg ausgesprochen gut getan hat.

Dabei hat diese über 2000 Jahre alte Römergründung am Rhein eine Vielzahl an Höhepunkten zu bieten. Nach dem Umzug von Parlament und Regierung von Bonn nach Berlin hat sich die Stadt mit großem Erfolg dem Strukturwandel gestellt. Bonn ist heute wohl neben Berlin die internationalste Großstadt Deutschlands. Mit Stolz verweist sie auf den Titel UN-Stadt. Dort, wo früher die Angeordneten des Deutschen Bundestages saßen - im Langen Eugen nämlich - weht heute die blau-weiße UN-Flagge über dem UN-Campus mit zahlreichen Sekretariaten der Vereinten Nationen.

In unmittelbarer Nachbarschaft - im Schürmannbau - befindet sich der Hauptsitz der Deutschen Welle und unterstreicht damit gleich zweierlei: die Internationalität Bonns und die Tatsache, dass Bonn auch Medienstadt ist.

Und Festspielstadt. Das Beethovenfest Bonn mit seinem internationalen Ruf lockt jedes Jahr Stars der klassischen Musik an den Rhein. Übrigens ein kulturelles Ereignis, bei dem sich die Deutsche Welle engagiert.

Ich muss gestehen, ich arbeite gern in dieser Stadt, in der ich einen großen Teil meines beruflichen Lebens verbracht habe. Natürlich muss ich die wunderschöne Lage am Rhein erwähnen, das Siebengebirge, die hervorragende Gastronomie. Und wenn ich meinen Lieblingsplatz verrate, dann findet man mich auf dem Venusberg. Die Stadt zu Füßen, den Rhein vor Augen geht mein Blick hinüber zum Drachenfels und zum Petersberg. Und dann beschleicht mich so etwas wie Heimatgefühl - in dieser unterschätzten Großstadt Bonn."